Initiative für Unternehmen im Saarland

Praktikumsplätze für Geflüchtete im Saarland

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein neues Land. Neue Sprache, neue Kultur, neue Regeln – und gleichzeitig der Wunsch, anzukommen, zu arbeiten und Teil der Gesellschaft zu werden. Genau vor dieser Herausforderung stehen viele geflüchtete Menschen im Saarland – aus der Ukraine, aus Syrien und aus weiteren arabischsprachigen Ländern.

Wir betreuen am taylorix institut verschiedene Projekte und Maßnahmen: reine Sprachkurse, Grundkompetenzmaßnahmen, aber vor allem auch berufsspezifische Sprach- und Qualifizierungsangebote für Helfertätigkeiten – etwa in Pflege(unterstützung), Lager und Logistik, Einzelhandel, Reinigung, Hauswirtschaft, Gastronomie, Garten- und Landschaftsbau, Sicherheits- und Wachdiensten sowie in einfachen Handwerks- und Bauhilfstätigkeiten. Die Teilnehmenden lernen bei uns nicht nur Deutsch, sondern bekommen auch erste Einblicke in Fachbegriffe und Abläufe ihres jeweiligen Wunsch-Arbeitsbereichs.

Die Personen, die wir Ihnen für ein Praktikum vorschlagen, kommen aus genau diesen berufsbezogenen Programmen. Das bedeutet: einen ersten inhaltlichen Bezug zu ihrem Wunsch-Arbeitsbereich bringen sie mit. Realistisch betrachtet erreicht die Mehrheit unserer Teilnehmenden aktuell jedoch Sprachniveau A1 bis A2, in einzelnen Fällen B1. Genau deshalb brauchen sie das Praktikum – weil ein Klassenraum allein nicht reicht, um den Sprung in die Praxis zu schaffen.

Unsere Zielgruppe

Geflüchtete mit Sprachniveau A1 bis maximal B1, die in unseren berufsspezifischen Helfer-Programmen sind – oder für die der Sprachkurs zu lange her ist und die jetzt Praxis brauchen, um nicht abzurutschen.

Was ihnen fehlt

Die Praxis. Der reale Arbeitsalltag. Auch B1-Teilnehmende können oft sprechen – aber Schreiben, Lesen und Schriftliches sind lückenhaft. Praxis schließt diese Lücke schneller als jeder Klassenraum.

Eine echte Geschichte

Wie ein Praktikum ein Leben verändert hat

Solche Geschichten passieren jeden Tag. Wir erzählen Ihnen eine davon – stellvertretend für so viele.

04 MAI

Yana, 34 – vom Wartezimmer in die Bäckerei am Eck

„Ich habe zwei Wochen lang nur geweint. Ich verstand nichts. Ich dachte, ich kann das nicht.“

Yana kam im März 2022 mit ihren beiden Kindern aus Kiew. In ihrem alten Leben war sie Erzieherin in einem Kindergarten. Sie kannte die Namen aller Kinder, sang mit ihnen, organisierte Geburtstagsfeste. In ihrem neuen Leben kannte sie zunächst nur ein einziges deutsches Wort: „Danke.“

Bei uns lernte sie Deutsch. Erst A1, dann A2. Es ging voran – aber langsam. Im Klassenraum reichte ihr Deutsch für einfache Sätze. Für den Arbeitsmarkt reichte es nicht. Sie wollte raus aus dem Wartezimmer der eigenen Geschichte. Sie wollte arbeiten. Aber niemand wollte sie einstellen, solange sie nicht flüssig sprach.

Bis Frau Müller anrief.

Frau Müller führt eine kleine Bäckerei am Rande von Saarbrücken. Drei Filialen, zwölf Mitarbeitende, jeden Morgen um vier Uhr Brote im Ofen. Sie hatte unsere Anfrage gesehen und sich gemeldet: „Vier Wochen Praktikum – das können wir machen. Wir suchen ohnehin jemanden für die Theke. Aber bei der Sprache – ich weiß nicht, ob das funktioniert.“

Wir wussten es auch nicht. Aber wir versuchten es.

Die ersten Tage waren hart. Yana verstand nicht, was die Kund:innen wollten. Sie verstand nicht, was die Chefin ihr erklärte. Sie weinte abends im Bus auf dem Heimweg. „Ich dachte, ich gebe auf.“

Doch Frau Müller hatte Geduld. Sie zeigte mit dem Finger. Sie zeichnete kleine Skizzen auf Servietten. Sie wiederholte Worte, langsam, freundlich. Eine andere Kollegin, die ein paar Worte Russisch konnte, übersetzte das Wichtigste. Stammkund:innen begannen zu lachen, wenn Yana sich versprach – nicht aus, sondern mit ihr.

In der dritten Woche bediente Yana ihre erste Kundin alleine. „Drei Brötchen, ein Roggenbrot, gerne. Macht 5,80 Euro.“ Sie zitterte. Aber es klappte.

Am Ende der vier Wochen saßen Frau Müller und Yana zusammen am kleinen Tisch hinter der Theke. Frau Müller sagte: „Bleib bei uns. Teilzeit, 20 Stunden, ab Montag.“

Heute, zwei Jahre später, ist Yana feste Mitarbeiterin in der Bäckerei. Ihr Deutsch ist auf B1+, sie macht Schichtpläne mit, sie kennt alle Stammkund:innen mit Namen. Ihre Kinder gehen in die Schule. Sie hat eine kleine, eigene Wohnung in Dudweiler.

Wenn man sie fragt, was den Unterschied gemacht hat, sagt sie: „Diese vier Wochen. Ohne diese vier Wochen hätte ich aufgegeben. Frau Müller hat mir nicht nur einen Job gegeben. Sie hat mir mein Leben zurückgegeben.“

Sie könnten die nächste Frau Müller sein.

Hinweis: Yana ist ein Pseudonym. Die Geschichte ist real, einzelne Details sind zum Schutz der Privatsphäre verändert.

Warum gerade jetzt

Die Förderlücke — und was sie für Menschen wie Yana bedeutet

Yanas Geschichte ist keine Ausnahme. Sie ist die Regel. Im Saarland leben tausende Menschen, die seit Jahren hier sind – und immer noch auf A1 oder A2 stehen. Nicht, weil sie nicht lernen wollen. Sondern weil ihnen das System die Chance nicht gibt.

Die Förderlage ist mehrfach verknüpft schwierig: Integrations- und Sprachkurse werden gekürzt. Förderbescheide bleiben aus oder kommen Monate zu spät. Zwischen Kurs A und Kurs B liegen oft ein, zwei, drei Jahre – aus politischen, fördertechnischen oder ganz persönlichen Gründen: Krankheit, Schwangerschaft, Kinder, Wohnungswechsel. Wer aus dem System fällt, kommt schwer zurück.

Und selbst wer B1 erreicht, hat oft ein Problem: Sprechen geht meistens. Aber Schreiben, Lesen, Rechtschreibung – das ist lückenhaft. Die Klassenraum-Sprache reicht nicht für den Arbeitsalltag. Was fehlt, ist Praxis. Eine reale Arbeitssituation, in der man stolpert, korrigiert wird, weiterspricht.

Ohne Sprache – kein Job. Ohne Job – keine Sprachpraxis. Eine Sackgasse, aus der niemand allein herauskommt.

Hier sprechen wir Sie an – kleine, mittlere und größere Unternehmen im Saarland. Sie müssen kein Sprachprofi sein. Sie müssen kein Hochqualifizierungs-Programm bieten. Sie müssen vier Wochen Geduld haben – für eine einfache Helfertätigkeit. Für einen Einstieg ins Lager, in die Logistik, in den Einzelhandel, in die Reinigung, in die Pflegeunterstützung, in die Hauswirtschaft, in die Gastronomie, in den Garten- und Landschaftsbau, in einfache Handwerks- und Bauhilfstätigkeiten oder in Sicherheits- und Wachdienste.

Das Ziel ist klar: der reguläre Arbeitsmarkt. Wir möchten unsere Teilnehmenden in eine Festanstellung bringen – in Voll- oder Teilzeit, je nach Lebenssituation. Praktikum und Vermittlung sind für uns Stationen auf diesem Weg, nicht das Endziel. Wo eine reguläre Festanstellung an einer Stelle nicht direkt möglich ist, kann der Einstieg auch über eine kleinere Beschäftigung anlaufen – aber unser Auftrag und unser Anspruch ist die Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

Wir wissen, dass diese Menschen ohne flüssige Sprache aktuell keine hochwertigen Berufe ausüben können. Das ist auch nicht die Zielgruppe dieses Programms. Es geht um den ersten Schritt. Den Einstieg. Eine reale Helfertätigkeit, die Sprache, Selbstvertrauen und Perspektive bringt – und nicht selten in eine feste Anstellung mündet.

Wir übernehmen die Begleitung: Anwesenheit, Versicherung, sozialpädagogische Ansprechpartner für Konflikte oder Fragen. Sie müssen nur den Praktikumsplatz bereitstellen.

Unser Aufruf an Sie: Wenn Sie Praktikumsplätze haben – auch für niederschwellige Tätigkeiten, auch für A1-Niveau – melden Sie sich bei uns. Werden Sie unser Partner.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Und Sie haben diesen Schlüssel in der Hand. Helfen Sie uns – und uns ist bewusst, dass Sie damit auch sich selbst helfen: viele unserer Praktikant:innen werden zu motivierten Mitarbeitenden, mit Loyalität, die man heute selten findet.

Mehr als nur Praktika

Wir vermitteln auch direkt in Arbeit

Sie suchen keine Praktikant:innen, sondern direkt motivierte Helferkräfte oder Quereinsteiger:innen? Auch das ist unser Feld. Das taylorix institut betreibt eine eigene Arbeitsvermittlung für Menschen mit Migrationsgeschichte und Helfer-Sprachniveau.

Wir kennen unsere Kandidat:innen persönlich aus den Maßnahmen: ihre Sprachstände, ihre Stärken, ihre Lücken, ihre Lebenssituation. Das heißt: schnellere und präzisere Matches als über klassische Stellenanzeigen – mit deutlich weniger Fehlbesetzungen.

Unser Vermittlungsziel ist immer die Festanstellung – in Voll- oder Teilzeit, je nachdem, was zu Ihrem Bedarf und zur Lebenssituation der Kandidat:innen passt. Wenn Sie Helferkräfte suchen, sprechen Sie uns an – bevor Sie eine Stellenanzeige schalten.

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Kontakt

Werden Sie die nächste Frau Müller

Sie möchten einen Praktikumsplatz anbieten, eine Helferkraft über unsere Vermittlung suchen oder haben Fragen zum Programm? Schreiben Sie uns – wir melden uns zeitnah bei Ihnen zurück.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Integration nicht an der Sprache scheitert.

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